OPA OTTO ERZÄHLT

Dem Thema Zeitverschwendung habe ich viele Gedanken gewidmet. Besonders die Lebenszeitbetrüger habe ich angeprangert, wie ich heute weiß, waren die dort angeführten leider nicht ganz vollständig. Ich habe einige Medien dabei vergessen. Aber jetzt als alter Mann kann ich ja noch ergänzen, was ich bisher versäumt habe.

Damit die Liste nicht einseitig wird, werde ich auch anführen, was mir Zeitgewinn gebracht hat. Denn nicht alle Medien waren schlecht, einige haben sich auch als sehr hilfreich, ja unentbehrlich, erwiesen.

Facebook

Habe ich ein gutes Jahr getestet. Für mich war es pure Zeitverschwendung. Das einzig wichtige, was ich dabei gelernt habe war, dass es sich unter gewissen Umständen ganz gut als Marketingtool eignet. Aber leider habe ich in meiner Lage dafür keine Verwendung mehr.

Als solides Kommunikationsmittel halte ich es für ungeeignet. Die Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit und Konzentration halte ich für verheerend, speziell für Jugendliche, die sich ja darin - fast ausschließlich - bewegen. Die Kosten, die Firmenmitarbeiter damit verursachen, sind prohibitiv hoch. Trotzdem wird es m.M. das Social Web sein, das alle anderen überleben wird.

Google+

Technisch gesehen waren die Unterschiede zu Facebook nicht so gravierend, trotzdem dachte ich, es würde eine andere, in meinen Augen - bessere - Rolle als Social Web spielen. Die Unterschiede liegen erstens in den "Hangouts", die Videotelefonieren wirklich kinderleicht machen, zweitens in den "Circles" (Kreisen), die gezielte und sichere Kommunikation erlauben werden und drittens in der Aufhebung der Anonymität.

Aber nach zwei Jahren intensiven Testens überwiegt auch hier meine negative Meinung. Google hat die Chance nicht genutzt, anders als Facebook zu sein.

Twitter

Wurde von mir ganz sparsam eingesetzt, in dem ich einigen authentischen Quellen, wie dem Sprecher der Bundesregierung und anderen, einmal pro Tag folge. Ich selbst tweete kaum, der Zeitaufwand ist also vernachlässigbar.

Twitter hat den großen Vorteil, dass es sehr einfach ist, es bestehen daher weniger Chancen Fehler zu machen. Inzwischen verwende ich es häufiger, aber immer noch nicht intensiv. Unter dem Strich ist es ein gutes Tool, das man empfehlen kann, trotz aller Restriktionen, von denen sicher einige in der Zukunft fallen werden.

YouTube

Es erhält von mir eine neutrale Beurteilung. Das Angebot ist so riesig, dass es für alle Zwecke gut eingesetzt werden kann: Zum Totschlagen von Langeweile genauso wie zur qualifizierten Weiterbildung. Für meine Hobbys ist YouTube ein Segen.

Meine lokale Tageszeitung

Sie ist leider großteils Zeitverschwendung. Wirklich informativ sind für mich nur die Todesanzeigen und einige Termine. Alles andere ist entbehrlich. 2011 haben ja die Journalisten einige Wochen gestreikt und ich habe ihren "Qualitätsjournalismus" nicht vermisst. Im Gegenteil es war eine Erleichterung. Keine politischen Hetzen mehr, keine Kritiken, die nicht nachvollziehbar waren, keine Lobhudeleien für unfähige Politiker. Eine Wohltat.

TED

Dieses Videoportal über "Ideas worth spreading" ist überwiegend informativ. Natürlich ist auch hier nicht alles gleich gut, aber die positiven Beiträge überwiegen deutlich. Sehr zu empfehlen.

Fernsehen

Die Nachrichten auf ARD und ZDF halte ich für unentbehrlich, ebenso den Börsenticker auf n-tv und Snooker auf Eurosport 1. Alle andere ist entbehrlich. Das Tagesprogramm der anderen Privaten ist Mist. Das Programm der Öffentlich - Rechtlichen mag insgesamt besser sein, allerdings zu den Zeiten, wo ich es sehen kann, ist es das nicht. Bei deren Nachtsendungen schlafe ich schon. Positiv sind die Mediatheken, sie erlauben mir den Zeitpunkt zum Anschauen auszusuchen!

Überregionale Tageszeitungen

Es gibt keine gedruckte mehr, die ich lese, auch wenn ich sie gratis bekomme. Ihre Zeit ist vorbei. Online blicke ich manchmal in die ZEIT und andere nicht-deutsche Zeitungen.

Meine Sehnsucht nach einer liberalen, modernen, deutschen Tageszeitung, mit geringem Umfang und einem handlichen Format, ohne Sportteil, ohne aufgeblähtes Feuilleton und ohne den schon beim Druck obsoleten Zahlenwust aus der Wirtschaft (der nur in der dazu gehörigen Online-Ausgabe Sinn macht) bleibt im Kern ungestillt.

Spiegel und Focus

Sie bestehen für mich primär aus Desinformation, mit verschiedene Blickwinkeln, etwas besser sind die Online-Ausgaben. Aber insgesamt alles großteils Zeitverschwendung.

Wikipedia

Das Ergebnis erscheint beeindruckend, trotzdem schäme ich mich, dass ich dieses Projekt einmal begeistert unterstützt habe. Was ist daraus nur geworden: Eine Arena für Streber und Zensoren. Es wurde nie verstanden, dass Wikipedia eben keine Enzyklopädie sein müsste, sondern ein neues Medium, nämlich ein Archiv für den Zeitgeist sein könnte. Ich verlinke viele Artikel, wenn ich zu faul bin, bessere Quellen zu suchen. Aber jede aktive Mitarbeit halte ich nur für frustrierende Zeitverschwendung.

Bücher

Die aktuellen Bestseller sind als Eintagsfliegen Zeitverschwendung, aber es gibt genügend andere, die es Wert sind, dass man sich die Zeit nimmt, sie zu lesen.

Kino

Sehe ich aus mehreren Gründen nicht mehr. Die Inhalte sind mir zu brutal oder zu extrem und die Vorführungen viel zu laut. Insgesamt ist mir das Gebotene viel zu dunkel. Schade eigentlich, ich habe früher gerne Kino geschaut.

E-Mail

Für meine Zwecke unentbehrlich. Da ich bei Google Mail bin, erreicht mich kein SPAM mehr und die Kontakte über E-Mail sind wichtig, weil sie meine Telefonkontakte ersetzen.

Newsletter (via E-Mail)

Ihre große Zeit ist vorbei. Sie werden zunehmend durch Soziale Netze ersetzt. Haben sie überwiegend keinen Nutzen, dann sollte man sie abbestellen. Ich habe meine eigenen eingestellt, nachdem ich feststellen musste, dass sie zu oft im SPAM Ordner landen. Wirklich nützlich finde ich nur Terminerinnerungen, z.B. für meine Abfalltermine.

Telefon und Fax

Habe ich abgeschafft und ich vermisse sie auch nicht. Für Notfälle gibt es ein Handy, deren Nummer nur meine Familie kennt.

Radio

Höre ich aktiv nur noch beim Autofahren. Da ich kaum fahre, ist der Genuss auf wenige Minuten in der Woche beschränkt. In meinen Cafes läuft aber viel Musik. Zwei lokale Sender sind dort beliebt, das heißt auch für Senioren geeignet: Radioton und SWR4.

Hörbücher

Alle Versuche, mich für dieses - angeblich bei Senioren so beliebte Medium - zu begeistern, sind gescheitert. Ich mag es einfach nicht, wenn mir jemand das Lesetempo diktiert.

Musik auf CDs

Ältere Titel brauche ich dringend, und die besitze ich auch, aber nach 1995 ist sie unhörbar geworden. Aktuelle Musiktitel sind ohne Interesse für mich.

Internetinformationen

Sie sind meine Hauptinformationsquelle: Wetter, Weltnachrichten, Adressen, Öffnungszeiten, Produktinformationen, sie alle möchte ich nicht mehr missen. Telefonbücher, Branchenverzeichnisse, TV Journale, Fachzeitschriften, neue Atlanten oder Landkarten findet man in meiner Wohnung keine mehr.

Werbung

Werbung ist für alte Menschen oft nicht allzu relevant. Sie brauchen vieles nicht mehr, was sie brauchen haben sie schon. Auch ist das Vertrauen oft nicht mehr groß genug, um jemanden, den sie nicht kennen, zu folgen. Dies gilt besonders für mich, ich kenne aber andere Altergenossen, die Werbung suchen, um z.B. an Gewinnspielen teilzunehmen. Die einzige Werbung, die ich mir wirklich genau anschaue, das sind die ALDI Informationen.

Smartfon und Tablet

Die Androiden, preiswert und Google+ integriert, setze auch ich verstärkt ein. Sie machen wirklich Sinn, um auf die Internetwelt auch unterwegs zugreifen zu können.

Die Funkuhr

Auch wenn sie nur eine einzige Information anbietet, die genaue Zeit am Armgelenk hilft mir, entspannt durch den Tag zu kommen.

Digitalkamera

Der für mich unentbehrliche Begleiter, vor allem für "Notizen". Die Zeit, die ich dafür aufwende, auch wenn sie viel ist, halte ich für gut investiert.

Reisen

Sie waren über viele Jahre eine wichtige Informationsquelle und wo immer ich kann, versuche ich auch noch heute mich persönlich zu informieren. Aber inzwischen sind - neben Alterserscheinungen und nicht mehr so reichlich Reisebudget - einige andere Faktoren vermehrt aufgetreten, die das Reisen vermiesen. Primär sind es die Streiks aller Art, politische Instabilitäten und die langen Wartezeiten durch Sicherheitschecks. Da bleibt man doch ganz gerne auch Zuhause.

Das persönliche Gespräch

Unentbehrlich und nur selten Zeitverschwendung. Mit Menschen, die mir dabei einmal die Zeit gestohlen habe, rede ich kein zweites Mal. Aber sonst geht nichts über ein längeres, persönliches Gespräch. Man sieht, dass ich alt geworden bin und ich mich auf das Wesentliche konzentrieren kann.

 

 

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