OPA OTTO ERZÄHLT


Die Eigenwahrnehmung vieler in den deutschen Medien ist ungefähr so

Die heutigen Verleger, Redaktionen und Journalisten geben sich gerne als ehrlich, professionell, von hoher Qualität und als vierte Gewalt im Staat von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Sie schmücken sich mit dem Prädikat "Qualitätsjournalismus" und feiern sich gegenseitig auf ihren vielen internen Veranstaltungen.


Meine Fremdwahrnehmung als alter Mann, der viel mit den Medien erlebt hat, sieht da doch etwas anders aus, ungefähr so

Statt überprüfter Fakten sehe ich

Die Branche erscheint mir

Auch wenn es unfair erscheint und damit Einzelfälle verallgemeinert werden, das musste doch mal gesagt werden. Aber ich werde meine Meinung gerne ändern, sollte ich folgendes erleben:


Nachtrag 2016

Mir ist bei späterem Lesen aufgefallen, dass in diesem, meinem Originalbeitrag der Begriff "Lügenpresse" noch nicht vorkommt. Aber die "Lügenpresse" ist erst im Dezember 2014 signifikant verwendet worden, ganz stark dann ab Januar 2015. Meine Einsichten stammen aber noch aus einer Zeit, bevor die Lügenpresse Karriere machte.

Zu Beginn des Jahres 2016 habe ich eine Serie von Paul-Josef Raue im Kress Report verfolgt. Darin macht sich der Autor für die Lokale Presse stark, weil er annimmt, dass deren Meldungen besser überprüfbar sind und deshalb Lügen weniger Chancen haben.

Das stimmt, aber gerade das hat bei mir zu einem ausgesprochen negativen Bild über die Journalisten geführt. Es war vor allem die lokale Presse einer Kleinstadt, die mich generell an der Glaubwürdigkeit der Medien hat zweifeln lassen. Ich nehme als (unpolitisches) Beispiel die Berichterstattung über Kulturereignisse. Wie kann es sein, dass der Kulturreporter ein Theaterstück verreißt, wo es doch allen Anwesenden so gut gefallen hat? Da stimmt doch etwas nicht!

Ich habe dies mit vielen meiner Mitbürger diskutiert, die dem lokalen Blättle trotzdem die Treue gehalten haben und es weiterhin abonniert haben. Und dabei festgestellt, dass es einen großen Unterschied gibt, zwischen "Informiert werden" und das "Bedürfnis nach Information befriedigt bekommen". Die Menschen lesen das Lokale Blatt, weil es ihr "Bedürfnis nach Zeitung befriedigt", ob das Gelesene jetzt auch stimmt, ist ihnen eher egal. Als extremes Beispiel zitiere ich eine Freundin, die sagt, es ist ihr egal, ob die Zeitung jetzt lügt, solange sie damit ihre nassen Schuhe ausstopfen kann. Eine andere Bekannte begründet ihr Zeitungsabo damit, weil gelegentlich ihr Name darin steht. Das ist es ihr wert, dass sie Altpapier für teures Geld kauft, um es - meist ungelesen - bald wieder als Altpapier zu entsorgen. Oder ich nehme mich selbst, der gelegentlich eine großformatige deutsche Boulevardzeitung mitnimmt, die jemand weggeworfen hat, weil ich damit die Barthaare in meinem Waschbecken beim Elektrorasieren besser auffangen kann.

Die Schuld für die Umwälzungen bei den gedruckten Medien wird oft Google angedichtet. Mit seinem Konzept von Google Adsense und Google Words hat es die Streuverluste bei der Werbung drastisch reduziert und somit die klassischen Einnahmen daraus einbrechen lassen. Aus Verlegersicht ist dies plausibel. Aber in meinen Augen ist es vor allem die Suchmaschine Google, die die Presse entzaubert hat. Mit ihr (oder jeder anderen guten Suchmaschine) ist es extrem einfach geworden, Inhalte zu vergleichen und auch schnell zu sehen, wer und wie voneinander abschreibt. Und das wurde zur tödlichen Bedrohung für ein Medium mit einem antiquierten Finanzierungsmodell und einer labilen Glaubwürdigkeit.

 

 

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