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Otto Buchegger erzählt aus seinem Leben

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Hilfreiches Fotografieren

Für viele Menschen, die mich nicht persönlich kennen, bin ich nur der "Fotograf". Der Grund ist simpel, ich habe immer meine kleine Kamera dabei und knipse damit auch viel. Die Bezeichnung wird häufig in einem abwertenden Ton ausgesprochen, aber das stört mich nicht mehr.

Da es so viel ist, was man mit einer Digitalkamera machen kann, gibt es dazu eine eigene Seite auf meiner Buchegger Denkstelle, wo man dies dann genauer nachlesen kann. Hier das Inhaltsverzeichnis dazu:

Die Digitalkamera als Notizbuch
Die Digitalkamera als Tagebuch
Die Digitalkamera als Videokamera

Die Digitalkamera für Tonaufnahmen
Die Digitalkamera als Kopfkamera
Die Digitalkamera als Kontaktförderer
Digitalfotografie als Seniorenhobby
Kunst mit Digitalfotos

Es gibt aber neben diesen, sicherlich auch nützlichen Einsatzmöglichkeiten noch einige besondere für mich persönlich. Der wichtigste Punkt ist: Ich sehe sehr schlecht und es ist für mich mehr als nützlich, Zuhause dann Fotos von unterwegs genau und mit genügend Zeit studieren zu können.

Viele Menschen brauchen einen Hund, um ins Freie gehen zu müssen. Für mich tut es die Digitalkamera. Sie ist ein guter Grund, vor allem bei schönem Wetter, um aus dem Haus zu gehen. Sie verhilft mir also zu viel Bewegung.

Mit der Kamera habe ich auch eine Motivation, auf hohe Gebäude zu gehen, weil der Blick von oben immer attraktiv ist. So habe ich im Laufe der Zeit meine ursprüngliche Höhenangst fast verloren.

Ich mache inzwischen für mich kleine Reportagen und suche dazu Stadtteile auf, in die mich sonst meine Wege nie führen würden. Ich gehe auch die täglichen Wege immer etwas anders, um zu sehen, was sich alles verändert hat. Die Kamera hilft mir also, Neues zu entdecken.

Ein wichtiger Punkt für mich ist, meine Fotos mit anderen zu teilen. Es gibt viele Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation nicht mobil sind und sie sind dann dankbar, wenn sie "mit meinen Augen" schauen können. Vor allem Orte, die schlecht erreichbar sind oder die für die Öffentlichkeit unzugänglich sind, werden so auch für diese Menschen sichtbar.

Fotografieren ist ein kleiner Beitrag zur Unsterblichkeit. Vorausgesetzt, dass man die Bilder aufhebt und so archiviert, dass man sie später auch wieder findet, kann man damit lange zurückliegende Erinnerungen wieder auffrischen. In meinem Archiv sind schon viele Fotos von Menschen, die inzwischen gestorben sind. Ich kann sie mit meinen Bildern für mich wieder zum Leben erwecken.

Dass das Fotografieren hilft, um Kontakte zu knüpfen, ist allgemein bekannt. Aber es ist auch ein gutes, unverfängliches, leicht einzusetzendes Hilfsmittel, um Menschen zu testen.

Ich nenne es den Persönlichkeits-Schnelltest. Viele Menschen wollen nicht fotografiert werden und ich habe gelernt, dass diese Fotoscheu ein ziemlich zuverlässiges Mittel ist, um Menschen auf ihre Offenheit, Ehrlichkeit, Selbstsicherheit und Zuverlässigkeit zu testen.

Sicherlich gibt es objektive Gründe, um das Fotografieren abzulehnen. Aber sie kommen bei mir meist gar nicht zum Zuge, weil ich die Privatsphäre ohnehin respektiere und nur in der Öffentlichkeit fotografiere. Es ist ein Geflecht von u.a. schlechten Erfahrungen, falschem Eigenbild, Eitelkeit, Hysterie, Paranoia oder irreführenden Medienberichten, das die Menschen so werden lässt.

Viele haben auch "Dreck am Stecken", sie zahlen z.B. ihre Steuern nicht, sie fühlen sich verfolgt oder sie wollen sich mit dem Nimbus von Prominenz umgeben. Wie auch immer: Ist jemand fotoscheu, dann weiß ich, dass ich mit Kontakten sehr vorsichtig bin und sie im Zweifel nicht weiter pflegen werde.

Und umgekehrt: freut sich jemand über ein gutes Foto von sich selbst (ich zeige sie schon immer auf der Kamera her oder schicke sie den Menschen per E-Mail zu), dann kann ich eher davon ausgehen, dass auch die Kontakte in Zukunft erfreulich sein werden.

So kann man auf einfache, schnelle und - nach vielen Erfahrungen - auch sehr zuverlässige Weise testen, mit wem man intensivere Kontakte aufbauen will.

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