OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT

Ein netter Zeitvertreib für mich: Blockieren von Twitter Accounts, die mir unsympathisch sind. Ich suche mir bei den „Deutschland Trends“ (immer auf der linken Seite angezeigt) gelegentlich einen kontroversen #Hashtag aus, suche danach und blockiere einige der Hassmails oder der in meinen Augen unerträglichen Meinungen, die dort auftauchen.

Nachher fühle ich mich wesentlich besser und ich habe als Blockierer auch das Gefühl was gutes für die Menschheit getan zu haben. Und das alles mit nur zwei Klicks pro Account und ohne die Hilfe des Justizministers.

Muss ich mich jetzt schämen, wie der Rentner, der die notorischen Parkplatzsürnder anzeigt? Feedback

Blockieren

Hier macht Blockieren auch Freude!

Abwehrmechanismen in den Sozialen Netzen am Beispiel Twitter

Es ist eine alte Erkenntnis, dass die Probleme, die eine neue Technologie schafft, man auch meist mit der neuen Technologie lösen kann. So kann man Autounfallopfer mit einem Auto schnell ins Krankenhaus bringen, Falschmeldungen im Internet leicht durch Internet Suchmaschinen entlarven, warum sollt man nicht auch den Hass in den Sozialen Netze durch Funktionen des Sozialen Netzes wirksam reduzieren?

Und es ist in der Tat eher einfach, man muss die Hater (die Menschen, die Hass verbreiten) nur isolieren. In der Isolation sind sie dann eher machtlos. Ihre Macht besteht ja darin, dass viele den Unsinn, den sie verbreiten wollen, auch lesen und dann auch glauben.

Wichtige Soziale Netze, wie Facebook und Twitter, kennen alle die Möglichkeit, unliebsame Teilnehmer zu blockieren. Wenn man dies tut, nimmt man den Hatern oder Fake News Produzenten den Wind aus den Segeln, schottet sich aber auch selbst ab. Man lebt dann in einer Blase, wie es so schön heißt. Es ist kein treffendes Wort, denn eine Blase wächst und platzt irgendwann mal. Besser wäre der Begriff Kokon oder Schutzschild, denn diese Blase schützt mich vor einer potenziell feindlichen Umgebung und vor irreführenden Nachrichten. Letztendlich also auch vor falschen Entscheidungen.

Alle folgenden Beispiel stammen von Twitter, weil ich es selbst gerne verwende und ich will, dass Twitter als nützliches Medium weiterhin erhalten bleibt. Als neutralen Beispielaccount habe ich eine Sportseite gewählt, die ich selbst sehr schätze. Sie hat zwei Eigenschaften, die ich als wortkarger Mensch generell an Twitter mag: Die Tweets sind kurz und sie zeigen Endergebnisse! Ich würde sie nie blockieren und auch nicht entfolgen. Ehrenwort!

Die richtigen Mittel wählen

Es ist – wie im realen Leben auch – nicht ganz unproblematisch, unangenehme Menschen zu vermeiden.

Brüskiert man sie, dann hat man schnell zu viele Feinde, ihnen aus dem Weg gehen kann man auch nicht immer. Am einfachsten wäre es, wenn man klar wüsste, dass sie unangenehm sind und von vornherein alle Kontakte meidet. In der Praxis ist dies aber fast unmöglich.

Die Sozialen Netze haben nun einen gewissen Reifegrad erreicht und bieten deshalb auch viele verschiedene Schutzmechanismen an. Entfolgen, stumm schalten, blockieren oder melden sind sie z.B. auf Twitter. Ich verwende nur zwei: entfolgen oder blockieren. Beide sind ganz einfach anzuwenden. Stumm schalten erscheint mir zu unehrlich, melden zu aufwändig.

Wer blockiert wird, merkt es vorerst gar nicht, solange er nicht mit mir in Kontakt treten will. Auch wenn ich jemanden entfolge geht bei Menschen, die viele Follower haben, völlig unter. Beide sind also eher risikolos! Rache ist kaum zu befürchten!

Blockieren mit nur zwei Klicks!

Ein Twitter Account zu blockieren ist einfach. In der Topzeile eines Tweets ist ganz rechts eine Pfeilspitze nach unten (von mir markiert mit einem roten Pfeil nach oben). Darauf klicken, es öffnet sich ein Menü und man wählt blockieren.

Twitter Beispiel

Wenn man den Pfeil klickt, erscheint folgendes kurzes Menü:

Twitter Beispiel

Ein Twitter Account entfolgen

Entfolgen geht etwas anders. Man klickt auf den Namen und dann öffnet sich das Profilbild:

Twitter Beispiel

Bei Pfeil 1kann man zwischen Folgen und Entfolgen umschalten, die drei „Mehr Nutzeraktionen“ Punkte ganz rechts (hier markiert mit Pfeil 2) liefern dann wieder das volle Menü für Schutzmechanismen.

Wie gesagt, die blockierten Accounts merken im Normalfall dies gar nicht. Ich kann sie mir aber alle selbst einfach anschauen und auch das Blockieren wieder rückgängig machen. Rechts oben auf mein kleines, rundes Bild klicken, das mich zu „Profil und Einstellungen“ führt

Twitter Beispiel

Und dann bei den Einstellungen auf „Blockierte Accounts“ klicken und es erscheint die Liste der Blockierten Accounts. Twitter macht sich leider nicht die Mühe sie abzuzählen und die Zahl anzuzeigen. Dies wäre in meinen Augen eine große Verbesserung und es würde das Blockieren attraktiver machen. Aber es gibt einen Weg dafür. Auf „erweiterte Optionen“ rechts drücken und „Deine Liste exportieren“ anklicken, dann siehst du auf der erstellten Liste wie viele es sind.

Wann kommen die Hater Blocker?

Ich habe bisher noch nicht gesehen, dass diese Blockierlisten angeboten werden, um schnell viele zu boykottieren. Offenbar ist diese Funktion zu wenig bekannt. Aber sie würde sich natürlich anbieten, wenn man große Gruppen (z.B. von Trollen) im Netz isolieren will.

Warum gibt es noch keine kommerziellen Angebote für Blockierlisten? Wir kennen doch schon SPAM Blocker, Adblocker, da liegt es doch nahe, auch Hater Blocker anzubieten! Da könnte man doch eine richtig große Auswahl für jeden Geschmack schaffen.

Gute Accounts weiter empfehlen!

Alle sozialen Netze werben von selbst dafür, dass man seine Kontakte erweitert. Nach welchen Regeln das passiert, ist zumindest mir nicht klar. Aber es gab in der Anfangszeit von Twitter einen netten Brauch, den man immer noch anwenden kann, nämlich „Follow Friday“, mit dem Hashtag #ff. Am Freitag erinnert man sich, welche User gut für mich waren und empfiehlt sie dann mit einem #ff seinen eigenen Followern. Ein netter, sympathischer Brauch, den ich gerne weiter empfehle. Und vielleicht auch ein Weg, gelegentlich die Bubble zu verlassen.

Meine persönlichen Kriterien für gute Twitter Accounts

Nicht zu viele Tweets an einem Tag. Mehr als drei Weisheiten pro Tag wird kaum jemand bieten können.

Wenige Retweets. Vor allem nicht von Massenmedien. Wäre ich ihnen interessiert, würde ich diesen Medien selbst folgen.

Kurze Tweets. Es sind zwar 280 Zeichen möglich und gelegentlich auch nützlich. Wer sie aber ständig verwendet, nur um den Platz auszunutzen, hat mich verloren.

Obsolete Tweets wieder löschen. Gilt auch für Zwischenergebnisse. In Twitter sind sie nach einiger Zeit nur Müll. Retweets können ebenfalls gelöscht werden. Auf das grüne Retweet Symbol klicken. Dann ändert es die Farbe und der Retweet wird gelöscht.

Bilder (vorzugsweise im Querformat oder Quadrat) sind fast immer willkommen. Sie lockern auf. Auch Abstimmungen können Abwechslung bringen.

Keine GIFs! Keine langen, hektischen oder lauten Videos.

Loben (mit Herzen) nur, wenn man etwas wirklich gut findet. Besser ist ein lobender, spezifischer Kommentar. Retweeten bedeutet immer Unterstützung der Meinung, auch wenn dies explizit ausgeschlossen wird. Also Vorsicht!

Vorsicht beim Folgen von neuen Followern. Es sind zu viele Prostituierte unterwegs. Zuerst prüfen, ab das Account seriös ist. Ein Zeichen für Qualität kann das Verhältnis „Follower“ zu „Folge ich“ sein. Es sollte wesentlich größer als 2 sein. Ist es aber zu groß, dann zeigt es nur Machtverhältnisse an und muss nicht unbedingt Qualität garantieren.

Für wen eignet sich Twitter?

Kurz gesagt, für Menschen die an Schlagzeilen oder Entscheidungen von Politik oder Sport interessiert sind. Zumindest gilt das von meiner Warte. Weniger geeignet für Menschen, die gerne Lyrik, Feuilletons oder Bücher lesen oder endlos diskutieren wollen.

 

 

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