OPA OTTO ERZÄHLT

Desinformation ist ein Zeitphänomen, mit dem wir leben müssen. Es gab sie schon immer, aber sie wird heute vor allem durch riesige Informationsmengen vergrößert, die auf uns einströmen. Fördernd ist auch der Anspruch, alles sofort und einfach erklärt haben zu wollen. Auch Werbung fördert Desinformation, ist aber in unserer Welt unverzichtbar. Selbsternannte Experten, Politiker, Lobbyisten, die Boulevard- Medien, sie alle arbeiten mit Desinformation.

Medien und Zuschauer lieben diese Lügen, weil sie z.T. unterhaltsam sind, hohe Quoten bringen oder sich gut verkaufen. Ob sie einem längerfristigen Urteil standhalten, interessiert die wenigsten. Der große Schaden, der durch sie entsteht sind falsche Entscheidungen, das heißt Entscheidungen, die man später bereut.

Und so liege ich sicher nicht falsch, wenn ich behaupte, dass wir heute mehr unnütze, wenn nicht sogar gefährliche, Desinformation bekommen, als nützliche Information.

Ich habe auf der Denkstelle zu Lüge und Wahrheit genügend Beispiel für meine Vermutung angegeben, hier geht es mir vor allem darum, wie man sich dagegen schützt und wie man Kinder auf die Welt mit Desinformation vorbereitet.

Ein simpler Schutz wäre Abstinenz. Das heißt in Zeiten großer Wahrscheinlichkeit von Desinformation, wie vor Wahlen, Volksabstimmungen u.ä., immer während kriegerischer Auseinandersetzungen oder nach Katastrophen, Attentaten u.ä. die Medien zu meiden. Aber dies wäre langfristig zu simpel und vergleichbar mit der sexuellen Enthaltung, um keine Kinder zu zeugen oder ansteckende Krankheiten zu bekommen.

Etwas raffinierter sind schon eigene Experimente mit Desinformation. Kinder üben dies gerne, indem sie bei Schilderungen von Unternehmungen einfach die Gefahren weglassen. Sie schulen damit nicht nur die Fähigkeit etwas zu erreichen, sondern auch andere besser zu durchschauen. Wer sich professionell damit beschäftigen will, dem empfehle ich diese Lektüre.

Langfristig gibt es nur einen sicheren Weg, sich vor Desinformation zu schützen und der heißt Bildung und eigene Erfahrung. Diese Weg ist zwar mühsam, aber am meisten Erfolg versprechend.

Hilfreich ist es auch, in Zeiten wuchender Desinformation, wie bei Katastrophen vor Wahlen, keine wichtigen Entscheidungen zu treffen. Sonst geht es uns wie depressiven und zu euphorischen Menschen, wir bereuen sie später, sollten wir dazu überhaupt noch in der Lage sein.

Wenn alles versagt, kann man immer noch auf die Abstinenz zurückgreifen, nämlich den "Kopf in den Sand" stecken oder optimal für fromme Menschen: Beten. Dies mag zwar nicht klug sein, aber es spart ungemein Kräfte!

Ein bekanntes Senioren-Ehepaar hat einen anderen Weg gefunden. Sie machen Briefwahl und fahren dann vor Wahlen immer 14 Tage ins Ausland in den Urlaub. Ich selbst nütze die Medienflucht um aufzuräumen, die Steuererklärung oder Back-Ups zu machen oder andere Wartungs- und Reinigungsaufgaben endlich in Angriff zu nehmen. Dies lenkt ab, beruhigt und ist sogar nützlich.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang gerne an meine alten Nachbarn in Wien, zu Zeiten der Niederschlagung des "Prager Frühlings" im August 1968. Die ständig neuen, oft verwirrenden und widersprüchlichen Nachrichten haben sie so aufgeregt, dass dann schließlich der Mann gesagt hat: So, jetzt bleiben Fernsehen und Radio ausgeschaltet, wir essen in Ruhe, trinken ein Glas Wein und was wichtig ist, lesen wir dann morgen in der Zeitung.

 

 

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