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Otto Buchegger erzählt aus seinem Leben

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CLEAN DESK POLICY (CDP)

Gute 20 Jahre meines Arbeitslebens musste ich am Abend die Schreibtischfläche leer machen. Manche Unternehmen haben dies in ihren Firmengrundsätzen stehen und man nennt dies eine Clean Desk Policy (CDP, "Aufgeräumter Arbeitsplatz").

Wie ich dann aus dieser Firma ausgeschieden bin und zuerst selbstständig gearbeitet habe und mich dann als Ruheständler beschäftigt habe, habe ich diese Regelung nicht mehr mitgemacht. Der Schreibtisch war dann die meiste Zeit unaufgeräumt, aber in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen (vor einer Reise, wenn ich Besucher hatte, wenn der Staub zuviel war) war dann auch bei mir wieder gründliches Aufarbeiten, Saubermachen und Aufräumen angesagt.

Jetzt in der zeitlichen Distanz frage ich mich, ob denn die Clean Desk Policy wirklich Sinn gemacht hat. Denn wäre sie wirklich hundertprozentig überzeugend gewesen, hätte ich sie bei der Freiheit die ich nun habe, auch privat konsequent weitergeführt.

Heute wird viel mehr als früher mit dem Computer gearbeitet und das Aufbauen eines Arbeitsplatzes ist meist nicht anderes mehr, als den Deckel eines Notebooks aufzuklappen. Dies führt dazu, dass der Arbeitsplatz überall sein kann und manche Firmen nützen dies auch mit Desksharing aus. Dort sucht man sich zum Arbeitsbeginn einen Sitzplatz aus, schließt den Rechner an und los geht es. Ich habe ebenfalls gelegentlich unter diesem Modus gearbeitet und er hat sicherlich auch seine Vorteile. Bei Desksharing ist also eine Clean Desk Policy unbedingte Voraussetzung.

Ich will nun nicht darüber spekulieren, ob die Vorteile oder doch die Nachteile überwiegen. Viele Berater verdienen ihr Brot damit, indem sie das erklären. Mir kommt es eher darauf an, die Vorteile jetzt unabhängig von einem Grundsatz (Policy) zu erreichen.

1. Es ist ein gutes Gefühl etwas erledigt zu haben und das Aufräumen danach schließt erst die Arbeit ab und macht frei für neue Pläne!

2. Man hat mehr Übersicht, wenn man regelmäßig aufräumt. Auch das Sauberhalten fällt einfacher.

3. Was nicht offen herumliegt, verrät auch nichts. Die Geheimhaltung ist sicherlich einfacher, wenn aufgeräumt wird.

4. Es mag komisch klingen, aber Ordnung vermittelt mir das Gefühl von Wohlstand.

Schon diese Punkte alleine würden mich motivieren, z.B. Kinder das Aufräumen zu lehren. Als Vater dreier Kinder weiß ich, dass dies nicht immer leicht fällt, aber es ist ein großer Vorteil für sie, die dann später Berufsanfänger werden, den Sinn des Aufräumens verstanden und verinnerlicht zu haben.

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