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Otto Buchegger erzählt aus seinem Leben

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EHEC   -  was die Krise mich gelehrt hat

Im Frühjahr 2011 gab es wieder eine Panikwelle in Deutschland. Im Unterschied zu vielen Krisen vorher war EHEC durchaus real und hat auch zu viele Tote gefordert.

Auch im Nachhinein fand ich die diversen Warnungen zu pauschal und nicht gut für ein seriöses Krisenmanagement. Statt "Gurken" hätte man vor "rohen Gurken" warnen sollen. Gurken kann man auch kochen und zum Beispiel problemlos zu Suppen und Eintöpfen verarbeiten und es gibt sie auch als Konserven. Sie einfach wegzuschmeißen, halte ich für unmoralisch. Ich habe sie deshalb weiter kauft, schon alleine, um die Bauern und Händler nicht vollends zu ruinieren.

Meine Hauptlehren waren

  1. Essen fotografieren hilft. Ich mache schon immer Fotos vom Essen in Restaurants, allerdings aus anderen Gründen: Sie erinnern mich an den Genuss, den ich dabei habe. Aber erst durch Fotos ist man darauf gekommen, wo überall Sprossen waren. Die Menschen, die sie gegessen haben, haben sie einfach übersehen und sich nicht daran erinnert.

  2. Rechnungen von Restaurants und Quittungen vom Einkauf 4 Wochen aufheben. Man erinnert sich nach 14 Tagen sonst kaum mehr daran, was man gegessen hat.

  3. Bei Gefahr nicht nur alles gründlich waschen, sondern Salate zu Gemüse und Gemüse zu Eintöpfen kochen. Mehr Rezepte dazu hätten die Not der Hersteller gelindert und uns alle vor riesigen Schadenersatzforderungen bewahrt. Auf Reisen achte ich sowieso auf die Regel: Cook it, boil it, peel it, or forget it. Oder auf deutsch: Iss nichts, was nicht gekocht oder geschält wurde!

  4. Bioläden werde ich weiter meiden. Sie waren mir immer schon verdächtig. Und auch zuviel Rohkost halte ich für ungesund. Kochen veredelt nicht nur geschmacklich das Essen, es macht es auch sicherer.

  5. Ein Vorrat an Konserven und Tiefkühlkost ist beruhigend.

  6. Der Föderalismus war auch in diesem Zusammenhang mehr Schaden als Segen. Es ist mir unverständlich, dass er immer wieder auch dort verteidigt wird, wo längst eine Neuordnung stattfinden sollte.

  7. Sehr überrascht hat mich, dass man nicht Soziale Netze (wie facebook) oder Smartphones für die Fahndung des Erregers und die Kommunikation eingesetzt hat. Die deutsche Technikangst und Datenphobie, die überall nur Gefahren zu sehen und nicht die Chancen schneller Kommunikation, Ortung und Dokumentation nützt,  hat vermutlich vielen Menschen große, vermeidbare Probleme gebracht.

Nun gut, ich selbst habe es überlebt (Status mitte Juni 2011). Mein Bedauern aber gilt den vielen Menschen, die daran erkrankt sind. Sie wurden mitten aus einem gesunden Leben gerissen und zu viele sind gestorben. Es waren auffallend viele Frauen darunter, ich vermute, weil sie sich gesund ernähren wollten.

Mein besonderer Dank gilt dem medizinischen Personal, es wird noch einige Zeit mit diesem schwierigen Problem beschäftigt sein. Es hat mich sehr beruhigt, dass wir ein dichtes Netz an Intensivstationen haben und viele fähige Wissenschaftler.

Und bei Wahlen werde ich dafür stimmen, dass ähnlich wie beim Schulsystem, auch beim Gesundheitssystem der Föderalismus zurückgedrängt wird. Seine Zeit ist in diesen beiden Bereichen abgelaufen.

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